Startseite>Praxisleitfäden>E-Rechnung>

ZUGFeRD-Rechnung: Gesetzliche Fristen und korrekte Erstellung

Aktualisiert am 16. September 2026 • E-Rechnung

ZUGFeRD-Rechnung: Gesetzliche Fristen und korrekte Erstellung

Seit dem 1. Januar 2025 müssen inländische Unternehmer E-Rechnungen empfangen können. Zu den in Deutschland gängigen Formaten gehören XRechnung und ZUGFeRD. Dieser Artikel erklärt, wie eine ZUGFeRD-Rechnung aufgebaut ist, wie sie erstellt wird und worauf Unternehmen dabei achten sollten.

Forme de séparation

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle deutschen Unternehmen E-Rechnungen empfangen könne. Die Ausstellungspflicht wird schrittweise eingeführt: ab 2027 für Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Vorjahresumsatz und grundsätzlich ab 2028 für die übrigen Unternehmen. Gesetzliche Ausnahmen bleiben bestehen.

  • In Deutschland hat sich die Verwendung zweier verschiedener Formate etabliert: ZUGFeRD gilt seit 2025 als neuer Standard für B2B-Rechnungen. Bei Rechnungen an die Bundesverwaltung (B2G) ist grundsätzlich der jeweils gültige Standard XRechnung zu verwenden.

  • ZUGFeRD ist ein hybrides Dateiformat: Es kombiniert eine PDF/A-3-Datei mit eingebettetem, maschinenlesbarem XML-Datensatz. 

  • Die Erstellung ist mit gängiger Buchhaltungssoftware möglich; ein Validator prüft die Korrektheit vor dem Versand.

Was ist eine ZUGFeRD-Rechnung und wie funktioniert sie?

ZUGFeRD steht für Zentraler User Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland. Das Format wurde vom FeRD (Forum elektronische Rechnung Deutschland) entwickelt und kombiniert zwei Welten in einer einzigen Datei:

  • Eine visuell lesbare PDF/A-3-Datei – für den Menschen direkt einsehbar und druckbar

  • Eine eingebettete XML-Datei nach dem Standard UN/CEFACT Cross Industry Invoice (CII) – für die automatische maschinelle Verarbeitung

Diese Kombination macht die ZUGFeRD-Rechnung zu einem echten Hybridformat: Der Empfänger kann die Rechnung wie gewohnt als PDF öffnen und lesen, während sein Buchhaltungssystem die strukturierten Daten aus dem XML-Anhang automatisch einliest und verarbeitet – ganz ohne manuelle Dateneingabe. Die steuerlich relevanten Angaben im PDF und im eingebetteten XML-Datensatz dürfen sich nicht widersprechen. Für die elektronische Verarbeitung ist grundsätzlich der strukturierte XML-Teil maßgeblich.

Die derzeit aktuelle Version ist ZUGFeRD 2.5.2. Sie ist seit dem 1. September 2026 wirksam und behebt unter anderem Konsistenzprobleme aus Version 2.5. Ältere ZUGFeRD-Versionen können weiterhin relevant sein; für neue Implementierungen sollte die jeweils aktuelle Spezifikation berücksichtigt werden.

Gesetzeskonform als E‑Rechnung sind alle Versionen ab ZUGFeRD 2.0.1 (mit Ausnahme der Profile MINIMUM und BASIC‑WL).

Ab 2027 müssen viele Unternehmen erstmals E‑Rechnungen versenden, bevor die Pflicht ab 2028 praktisch alle inländischen B2B‑Unternehmen erreicht. Ob und ab wann Sie von der Regelung betroffen sind und welches Format sich für Ihr Unternehmen am besten eignet, erläutern wir ausführlich in unseren Artikeln zur Wahl zwischen ZUGFeRD vs. XRechnung und zur E‑Rechnungspflicht und ihren Fristen.

Schritt für Schritt: Wie erstelle ich eine ZUGFeRD-Rechnung? 

Pflichtangaben und Datenstruktur

  • Vollständiger Name und Anschrift von Rechnungssteller und -empfänger

  • Steuernummer oder USt-IdNr. des Rechnungsstellers

  • Ausstellungsdatum und fortlaufende Rechnungsnummer

  • Menge und Art der gelieferten Waren bzw. Umfang der Leistung

  • Nettobetrag, Steuersatz, Steuerbetrag, Bruttobetrag

  • Liefer‑/Leistungsdatum (Zeitpunkt der Lieferung/Leistung)

Empfohlen sind außerdem Angaben zum Fälligkeitsdatum bzw. Zahlungsziel sowie zur Bankverbindung (IBAN/BIC).

Software und Tools wählen

  • Buchhaltungs- und ERP-Software (z. B. Pennylane, DATEV, Lexware, Sage): erstellen ZUGFeRD-Rechnungen direkt beim Rechnungsexport

  • Spezialisierte Rechnungstools mit ZUGFeRD-Export-Plugin

  • Open-Source-Bibliotheken für Entwickler: Mustang (Java), zugferd-php

ZUGFeRD erstellen mit Pennylane

Für KMU, die eine vollintegrierte Lösung suchen, geht Pennylane einen Schritt weiter als ein einfaches Export-Tool: Mit Pennylane können Sie Rechnungen direkt im Rechnungsworkflow als ZUGFeRD-Dokument erstellen. Die strukturierten Rechnungsdaten werden automatisch in die Datei integriert.

Für Rechnungen an öffentliche Auftraggeber können Sie alternativ das Format XRechnung wählen.

Ebenso erkennt und verarbeitet Pennylane eingehende ZUGFeRD-Rechnungen automatisch: Das System liest den eingebetteten XML-Datensatz aus und überträgt die Rechnungsdaten direkt in Ihre Buchhaltung. Dadurch reduziert sich der manuelle Erfassungsaufwand.

So unterstützt Pennylane Sie darüber hinaus bei der Umsetzung der E‑Rechnungspflicht:

  • Automatische Zahlungserinnerungen: Reduzieren Sie Zahlungsverzug, ohne manuell nachfassen zu müssen.

  • Echtzeit-Liquiditätsübersicht: Behalten Sie den Überblick, welche Rechnungen bezahlt, offen oder überfällig sind.

  • Ergänzende Belegerfassung: Papierbelege und sonstige Dokumente lassen sich per Smartphone erfassen und den entsprechenden Vorgängen zuordnen.

  • Integrationen: Verbinden Sie Pennylane mit Ihren bestehenden Tools (Shopify, Stripe, Zapier u. v. m.).

Die nötigen Schritte zur ZUGFeRD-E-Rechnung

Die folgenden Schritte helfen bei der korrekten Erstellung und Übermittlung einer ZUGFeRD-Rechnung. Geeignete Rechnungssoftware kann einen Großteil davon automatisieren:

✅ Rechnungsdaten vollständig und korrekt erfassen

✅ Geeignetes ZUGFeRD-Profil auswählen

✅ PDF/A-3-Datei mit eingebettetem XML-Datensatz erzeugen

✅ Prüfung der Datei mit einem ZUGFeRD-Validator (keine Fehler, keine kritischen Warnungen)  

✅ Versand der Rechnung per E‑Mail, Peppol oder Upload-Portal  

✅ Archivierung von Versandnachweis und Empfangsbestätigung

Wie sieht eine ZUGFeRD-Rechnung aus und wo liegen typische Fehler?

Von außen sieht eine ZUGFeRD-Rechnung aus wie jede andere PDF-Rechnung. Die PDF/A-3-Datei enthält einen eingebetteten XML-Anhang namens factur-x.xml. In PDF-Readern wie Adobe Acrobat finden Sie diesen unter „Anlagen" oder „Anhänge".

Validierung, Fehler vermeiden und „ZUGFeRD Validator"

Für die technische Prüfung von ZUGFeRD-Rechnungen stehen verschiedene Werkzeuge zur Verfügung, darunter der kostenlose, quelloffene Mustang Validator. Für XRechnung stellt die KoSIT eine Validierungskonfiguration und Testsuite bereit. Eine technische Validierung kann Formatfehler und Verstöße gegen hinterlegte Geschäftsregeln erkennen, ersetzt aber nicht die inhaltliche Prüfung der Rechnung. Eine Übersicht typischer Fehler und ihrer Lösungen finden Sie in der folgenden Tabelle.

Fehler

Ursache

Lösung

Falsches Profil angegeben

Profil‑ID im XML‑Header oder in den Metadaten inkorrekt (z. B. falsche Profilwahl im Tool)

Profil‑ID und gewähltes ZUGFeRD‑Profil prüfen, Rechnung mit korrektem Profil neu exportieren

XML und PDF inhaltlich abweichend

Beträge, Adressen oder Positionsdaten im PDF und im eingebetteten XML unterscheiden sich

Stammdaten und Rechnungsinhalte synchronisieren, ZUGFeRD‑PDF erneut erzeugen

Pflichtfelder fehlen

Umsatzsteuerlich erforderliche Angaben (z. B. Rechnungsnummer, Ausstellungsdatum, Name und Anschrift der Beteiligten oder Steuerangaben) fehlen oder wurden nicht vollständig in den XML-Datensatz übernommen.

Fehlende Pflichtangaben ergänzen und ZUGFeRD‑Rechnung neu erstellen

Falsches Datumsformat

Datumsfelder im XML nicht im Format YYYYMMDD (EN‑16931/CII‑Format „102“)

Datumsangabe entsprechend der ZUGFeRD-Spezifikation korrigieren und die Rechnung erneut erzeugen.

Hinweis für Pennylane-Nutzer: Pennylane erzeugt ZUGFeRD‑Rechnungen im korrekten EN‑16931‑Profil und prüft die Pflichtangaben systemseitig. Eine zusätzliche manuelle Validierung mit externen Tools ist für Pennylane‑Nutzer in der Regel nicht erforderlich.

FAQ

  • Wie erkenne ich eine ZUGFeRD-Rechnung?

    Eine ZUGFeRD-Rechnung ist ein PDF‑Dokument mit eingebettetem XML‑Anhang. In PDF‑Viewern sehen Sie unter „Anlagen“ oder „Anhänge“ eine Datei wie factur-x.xml oder zugferd-invoice.xml. Dieser XML‑Anhang bildet die eigentliche E‑Rechnung.

  • Ist ZUGFeRD Pflicht oder reicht XRechnung?

    Für B2B sind sowohl ZUGFeRD als auch XRechnung (und andere EN‑16931‑konforme Formate) zulässig.

    Für B2G-Rechnungen ist XRechnung – oder ZUGFeRD im Profil „XRECHNUNG“ – als Standard vorgeschrieben.

  • Welche Dateiendung hat eine ZUGFeRD-Rechnung und welchen Validator soll ich nutzen?

    Eine ZUGFeRD-Rechnung hat die Dateiendung .pdf.

    Zu den kostenlose Validatoren zählen der Mustang Validator (Open‑Source, nutzt KoSIT‑Regeln) sowie der KoSIT Validator der Koordinierungsstelle für IT‑Standards.

    Passende E‑Rechnungs‑Softwares übernehmen die Prüfung automatisch, sodass eine manuelle Validierung im Betriebsalltag nicht mehr nötig ist.

  • Was unterscheidet ZUGFeRD 2.x von früheren Versionen?

    Ab ZUGFeRD 2.0.1 (mit Ausnahme der Profile MINIMUM und BASIC‑WL) gilt das Format als gesetzeskonforme E‑Rechnung. ZUGFeRD 1.0 erfüllt diese Anforderungen nicht.

    ZUGFeRD 2.5 (gültig seit dem 1. Juli 2026) ist die aktuellste Version.

  • Wie sende ich eine ZUGFeRD-Rechnung an Kunden oder Behörden?

    An Kunden: Versenden Sie eine ZUGFeRD-Rechnung per E‑Mail als PDF‑Anhang oder über Peppol als XML.
    An Behörden: Liefern Sie Ihre Rechnung über das OZG‑RE‑Portal (per Web‑Upload oder E‑Mail über Ihr OZG‑RE‑Konto bzw. automatisiert über Peppol).
    Die Lieferung der Rechnung sollte im XRechnung‑Format erfolgen, also als reine XML oder als ZUGFeRD‑XML im Profil XRECHNUNG.

  • Kann ich ZUGFeRD-Rechnungen mit Pennylane empfangen?

    Ja. Pennylane erkennt und verarbeitet ZUGFeRD-Dateien automatisch – der strukturierte XML-Datensatz wird direkt ausgelesen, ohne manuelle Dateneingabe.

Optimieren Sie auch Ihr Unternehmensmanagement mit Pennylane

Mehr erfahren
Jetzt kostenlos testen

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren